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„Keine Öko-Spinnerei“ 26 Aussteller und mehrere Tausend Besucher beim Reinickendorfer Umwelttag
Von Michael Nittel Reinickendorf. Unter dem Motto „Kunstwerk Natur“ wurde der Reinickendorfer Umwelttag erstmals im Einkaufszentrum „Der Clou“ am Kurt-Schumacher-Platz veranstaltet. 26 Aussteller, darunter Umweltverbände, Schulprojekte und Unternehmen, präsentierten sich und ihre innovativen Ideen am Sonnabend den Besuchern. Begleitet von einem künstlerischen und musikalischen Rahmenprogramm, wurde zudem eine Ausstellung zum Thema eröffnet, die noch bis zum heutigen Mittwoch zu besichtigen ist. „Nur am Tisch zu sitzen und über die Umwelt zu reden, reicht nicht aus“, erläuterte Andreas Putzar die Motivation für den Umwelttag, der 1999 auf Initiative des Umweltbeirates ins Leben gerufen wurde. Putzar ist externer Dienstleister und organisierte im Auftrag des Bezirksamtes gemeinsam mit Gerald Wagner, Vorsitzender des Umweltausschusses der Bezirksverordnetenversammlung, den Umwelttag 2007, der in diesem Jahr zum ersten Mal nicht im Freien veranstaltet wurde. „In ein Einkaufszentrum zu gehen, ist für uns eine neue Dimension und Herausforderung. Und die Resonanz ist bisher recht gut“, resümierte Putzar am frühen Nachmittag noch verhalten. Wie an Sonnabenden üblich, setzte der Publikumsstrom dann aber in den Abendstunden ein, so dass mehrere Tausend Besucher zumindest einen kurzen Blick auf die unterschiedlichen Projekte werfen oder sich eingehender informieren konnten. „Wir sind glücklich, mittlerweile 26 Aussteller gewonnen und damit eine noch größere thematische Vielfalt erreicht zu haben“, so Putzar. Dass sich auch der Nachwuchs sehr intensiv mit Umweltthemen befasst, bewiesen die anwesenden Schulprojekte: Unter anderem stellte die Max-Beckmann-Oberschule ihr Projekt „Solarboot“ vor. „Die Idee entstand bereits vor rund 20 Jahren“, so Norbert Wilms, Physik- und Chemielehrer sowie Leiter der AG. Auslöser war die Tschernobyl-Katastrophe. „Unsere Ausgangsfrage war damals, was man mit regenerativen Energien so alles auf die Beine stellen kann.“ So entstand vor 15 Jahren das Solarboot „Frosch“, von Schülern im Alter von zwölf bis 18 Jahren entwickelt und im Lauf der Zeit immer wieder modifiziert. Zuletzt wurde man sogar Deutscher Solarbootmeister. Zwar war Wilms mit dem Zulauf an seinem Stand nicht unzufrieden. Aber: „Die Leute, die stehen bleiben, sind ohnehin umweltbewusst. Die Anderen laufen leider oft vorbei. Anders herum wäre es mir lieber.“ Und doch mag der eine oder andere Besucher am Sonnabend etwas für sich mitgenommen haben. „Wenn es uns gelungen sein sollte, die Leute anzuregen, auch nur eine einzige der hier ausgestellten Sachen zum Thema Umweltschutz in ihr tägliches Leben zu integrieren, dann hätten wir mit diesem Tag schon eine Menge erreicht“, so Gerald Wagner. „Und wenn sie nichts ändern wollen, dann wünsche ich mir, dass sie zumindest das Verständnis gewonnen haben, dass Umweltschutz keine Öko-Spinnerei ist.“ Im kommenden Jahr soll das Kernthema des Umwelttages das Tegeler Fließ sein. Bis es allerdings soweit ist, wünschen sich Andreas Putzar und Gerald Wagner eines: In den Köpfen der Menschen sollte eigentlich jeder Tag ein Umwelttag sein. |
