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„Rugby im Blut“ Berliner SV verliert nur knapp gegen den FC St. Pauli
Von Michael Nittel Wilmersdorf. Der Berliner SV 92 hat sich am vorletzten Spieltag der 2. Rugby-Bundesliga Nord gegen den FC St. Pauli achtbar aus der Affäre gezogen: Gegen den Tabellendritten aus der Hansestadt unterlagen die Berliner mit 10:34. „Wir haben uns sehr gut verkauft“, so der verletzte Spielführer Justin Woods. Immerhin hatte man das Hinspiel in Hamburg noch mit 0:115 (!) verloren. „Wir wollten heute zeigen, dass wir viel besser sind, als es das Ergebnis damals gezeigt hat. Ich denke, das ist uns gelungen.“ Damit steht aber bereits vor dem abschließenden Derby beim RK 03 Berlin in Weißensee am Sonntag fest: Der BSV muss in einem Relegationspiel gegen den Zweiten der Regionalliga um den Klassenerhalt kämpfen. Der Gegner steht zwar noch nicht fest. Aber: „Wir haben im vergangenen Jahr die Regionalliga gewonnen und sind deshalb auch für dieses Spiel zuversichtlich – egal wer der Gegner sein wird“, so der 29-jährige Ire Woods, der seit 2003 für den BSV aktiv ist. Die Saisonbilanz der Wilmersdorfer liest sich allerdings nicht so gut: In bisher 15 Saisonspielen gab es 14 Niederlagen – darunter die Klatsche beim FC St. Pauli und ein 3:88-Debakel gegen Viktoria Linden. Nur gegen den Hamburger RC konnte man am 29. März mit 8:5 gewinnen. „Unsere Mannschaft ist sehr jung und relativ unerfahren. Zudem waren, bis auf Potsdam, alle Gegner neu für uns. Vielleicht haben wir das Niveau der 2. Bundesliga einfach unterschätzt.“ Doch im Lauf der Zeit wurde das Team immer besser und passte sich der Stärke der Gegner zunehmend an. Darüber hinaus nahmen die erfahrenen Spieler wie Woods selbst die Jüngeren an die Hand. „Einstellung und Motivation stimmen bei uns ohnehin immer“, so Woods, der in einer wahren Multikulti-Truppe spielt: Vier Franzosen, ein Südafrikaner, ein Spieler aus der Dominikanischen Republik, ein Ire, ein paar Engländer, Polen und natürlich auch eine Handvoll Deutsche tragen das BSV-Trikot. Der Klub, zurzeit die Nummer drei im Berliner Rugby, möchte mittelfristig wieder weiter nach oben: „Wir haben fünf oder sechs sehr talentierte junge Spieler, die noch keine 18 Jahre alt sind. Das verspricht eine gute Zukunft. Diese Jungs wollen natürlich in der 1. Bundesliga spielen. Aber zunächst müssen wir uns in der 2. Bundesliga etablieren.“ Darüber hinaus macht der BSV ohnehin eine gute Jugendarbeit, was in einer Sportart wie Rugby allerdings nicht ganz so leicht ist: Ein großes Problem sei, so Woods, dass der Nachwuchs in Deutschland, wenn er denn überhaupt zum Rugby findet, in der Regel erst sehr spät beginnt. In den Rugby-Nationen wie Südafrika, England, Frankreich oder aber auch Irland würden die Kinder von klein auf diesen Sport spielen und lieben – so wie auch Woods, der bereits mit zehn Jahren begann: „Hey, ich bin Ire. Ich habe Rugby im Blut.“ |




