Freier Journalist |
|
Text und Foto |


|
Zurück in die Zukunft Handballer des Berliner SV wollen an glorreiche Zeiten anknüpfen
Von Michael Nittel Wilmersdorf. Die C-Junioren vom Berliner SV 92 haben locker die nächste Pokalrunde erreicht. Der Oberligist besiegte Zehlendorf 88 mit 42:23 (22:7). Doch viel wichtiger: Das Team um Trainer Udo Bernhardt gilt als Aushängeschild der guten Nachwuchsarbeit im Klub und soll in dieser Spielzeit nach vielen Jahren der Entbehrungen mal wieder einen Berliner Meistertitel nach Wilmersdorf holen. „Wir setzen besonders in diese Spieler sehr große Hoffnungen“, erläuterte Andreas Zebitz, Vorsitzender der Handballer, die besondere Stellung dieses Teams im Klub. „Wir wollen mit ihnen in den nächsten vier Jahren so gut und akribisch zusammenarbeiten, dass diese Truppe dann im A-Juniorenbereich in der Regionalliga spielen und einen guten Unterbau für unser Männerteam darstellen wird.“ Zurzeit betreiben rund 230 Menschen den Handballsport beim Berliner SV – das Gros von ihnen Kinder und Jugendliche. Nur vier Teams nehmen am Spielbetrieb der Erwachsenen teil. Dafür tragen mittlerweile 15 Jugendmannschaften das Trikot des BSV. „Wir setzen alles daran, unsere Nachwuchsarbeit weiter voranzutreiben“, sagte Zebitz. „Denn nur so können wir in Zukunft auch wieder bei den Erwachsenen erfolgreich sein.“ Mit Udo Bernhardt kam ein überaus angesehener Coach, unter anderem als Auswahltrainer des Landes Brandenburg tätig, eigens aus Ludwigsfelde nach Berlin, um daran Mitzuwirken, den Berliner SV vielleicht wieder dahin zu bringen, wo er einst gewesen war. Denn der dreimalige Deutsche Meister vergangener Zeiten hat in den letzten Jahren keine große Rolle im Berliner Handball mehr spielen können. Die Herren treten zurzeit in der Verbandsliga an – die Damen des BSV sogar nur in der Bezirksliga. „So waren und sind wir leider nicht in der Lage, unserem Nachwuchs über die Jugendteams hinaus sportlich etwas anzubieten. Deshalb konnten wir talentierte Spieler auch nie halten. Unser Ziel ist es, das so schnell wie möglich zu ändern.“ Dabei hat der BSV alle Trümpfe in der Hand: Denn der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf mit seinen unzähligen Sportklubs ist alles andere als eine Handball-Hochburg. Entsprechend groß ist das Einzugsgebiet des BSV. Hinzu kommt, dass der Erfolg der Füchse Berlin den Handballsport in der Hauptstadt wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen gerückt hat. Der BSV setzt bei der Suche nach interessierten Kindern und Jugendlichen schon lange nicht mehr ausschließlich auf die eigene Tradition. So gibt es Projekte und Kooperationen mit Schulen, die weiter ausgebaut und intensiviert werden sollen. Der Klub scheint auf einem guten Weg – die Arbeit mit dem Nachwuchs trägt erste Früchte: „Jahrelang haben uns die talentierten Jugendlichen in alle möglichen Richtungen verlassen. Vor kurzem aber wechselten einige Spieler von unserem Nachbarn und Rivalen OSC-Friedenau, die uns in der Jugendarbeit um Jahre voraus sind, endlich mal zu uns.“ Diese Erfolge machen Mut. Andreas Zebitz abschließend: „Ich würde mir wünschen, dass wir mit unseren Jugendteams leistungsorientierter arbeiten können, sowohl Erfolg, aber auch Spaß mit ihnen haben. Und langfristig wollen wir natürlich auch wieder bei den Frauen und Männern erfolgreich sein. Es ist unser Ziel, dass unsere Männer irgendwann mal wieder in der Regionalliga spielen.“ Weitere Informationen zu den Handballern des Berliner SV erhalten Interessierte unter www.handball.bsv92.de oder telefonisch bei Andreas Zebitz unter 0171 – 909 72 73. |




