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DIE CHEMIE STIMMT Fußball-Verbandsligist BFC Alemannia Wacker geht zuversichtlich in die neue Saison
Von Michael Nittel In einem Freundschaftsspiel unterlagen die Verbandsliga-Fußballer vom BFC Alemannia Wacker dem Oberligisten BFC Dynamo mit 1:2 (0:0). Die Alemannen hielten lange Zeit überraschend gut mit und verloren letztlich ein wenig unglücklich. Vor der Pause noch ein lauer Sommer-Kick, entwickelte sich nach dem Wechsel ein flottes Spiel. Dabei erspielten sich die Alemannen sogar ein Übergewicht, kamen zu guten Torchancen und konnten durch Ferhat Dogru den frühen Rückstand, für den Dynamo-Angreifer Andreas Fricke bereits in der vierten Minute mit einem Elfmeter gesorgt hatte, ausgleichen. Den entscheidenden Treffer für den Rekordmeister der DDR markierte Sebastian Brychcy fünf Minuten vor dem Ende. Mit dem Stand der Vorbereitung ist man im Wacker-Lager sehr zufrieden. Die Truppe um Coach Daniel Kujath spielt einen ansehnlichen Fußball, steht gut in der Abwehr und setzt Akzente nach vorn. Und das nervenaufreibende Saisonfinale der letzten Spielzeit hat man gut überstanden: Schließlich galten die Alemannen acht Spieltage vor Schluss als sicherer Absteiger, weil ihnen niemand zugetraut hatte, die noch notwendigen sieben Siege einzufahren. Aber das Unglaubliche gelang: Mit sieben Siegen in Folge hielt man die Klasse. „Das wollen wir in dieser Form nicht noch mal durchmachen müssen“, so Pressewart Wolfgang Gröbe. „Deshalb wollen wir mit dem Abstiegskampf in der neuen Saison eigentlich nichts zu tun haben. Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz.“ Das klingt optimistisch. Aber Gröbe ist davon überzeugt, dass die junge Truppe der Alemannen hungrig genug ist. „Die Chemie stimmt und durch die Neuverpflichtungen sind wir spielerisch ohnehin stärker geworden.“ Sascha Clausen kam vom Frohnauer SC. Christian Gries wechselte von Brandenburg 03 zu den Alemannen. Prominentester Neuzugang ist Peter Blumentritt. Er kam von Zweitligaaufsteiger Carl-Zeiss Jena nach Berlin. Sein Zivildienst in der Hauptstadt machte diesen spektakulären Wechsel möglich. Alle drei Neuzugänge sind Mittelfeldspieler. Mit Matthias Schlenstedt (zum Spandauer SV) und Pierre Trinko (zu Lok Leipzig) verließen lediglich zwei Akteure das Team. Wacker ist „der Dino“ der Verbandsliga – spielt dort seit 1992. Träumt man da nicht ab und an von einem Aufstieg in die Oberliga? „Das wäre schon ein erheblicher finanzieller Aufwand, den wir dann betreiben müssten“, wiegelt Gröbe ab. Und so bleibt einzig der Glanz vergangener Tage. Allerdings: „Leider ist aus Wackers glorreichen Zweitligazeiten nur noch der Zaun um unseren Sportplatz geblieben“, so Gröbe mit einem Augenzwinkern. Bleibt noch eine Randnotiz zum Spiel gegen den BFC Dynamo: Ein Einsatzwagen der Polizei parkte am S-Bahnhof Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik – ein weiterer vor dem Sportplatz am Wackerweg. Ein Bild, an das man sich wohl gewöhnen muss, wenn die Dynamo-Fans anrücken. Doch es fällt schwer. Und deshalb an dieser Stelle eine Nachricht, die eigentlich keine ist: Alles blieb friedlich – außerhalb und auf dem Platz. |




