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Alles ist möglich

Lübarser Fußball-Frauen spielen wieder oben mit

 

Von Michael Nittel

Lübars. Die Fußballerinnen vom 1. FC Lübars mischen in der Regionalliga Nordost auch in dieser Spielzeit wieder oben mit: Nach sieben Spielen liegen die Damen aus dem Norden mit fünf Siegen und zwei Remis auf dem dritten Tabellenplatz.

„Ich bin mit dem Saisonauftakt sehr zufrieden“, verriet Trainer Jens Kohnke. „Vor allem, weil wir massiv vom Verletzungspech verfolgt sind und für längere Zeit auf einige Leistungsträgerinnen verzichten mussten und müssen.“

So verletzte sich die neu verpflichtete Angreiferin Katharina Bonk bereits im Trainingslager und hat bis dato noch kein Pflichtspiel für ihren neuen Klub bestreiten können. Darüber hinaus vermisst der Coach die verletzte Sabrina Wölky, die wohl erst im neuen Jahr wieder dem runden Leder hinterherjagen wird, und Margareta Lorenz – zurzeit im Austausch in Australien.

Doch trotz der prominenten Ausfälle mischt das Team schon jetzt wieder ganz oben mit. Entsprechend hat sich auch an der Zielsetzung nichts geändert: Der 1. FC Lübars möchte aufsteigen. Die Konkurrenz kommt aus Leipzig, Jena und Lichterfelde und hat sich ebenfalls schon jetzt an der Tabellenspitze etabliert.

„Wir haben in den Partien gegen den Lichterfelde FC und Jena gezeigt, dass wir mit diesen Teams mithalten können“, lobte Kohnke sein Team, das beide Duelle Unentschieden gestalten konnte. Gegen die Damen aus Thüringen holten die Berliner sogar einen 0:2-Rückstand auf. „Die Moral ist absolut in Takt“, freute sich Kohnke und verwies zudem darauf, dass das Team mittlerweile eine absolute Einheit geworden sei. „Das ist sehr wichtig. Denn letztlich könnte – wenn sich die Teams sportlich auf Augenhöhe begegnen – genau das den Ausschlag geben.“

In der Tat ist die Mannschaft gewachsen. Neue Spielerinnen, vor allem aus unterklassigen Ligen, konnten gut integriert werden und haben sich an Tempo und Spielstärke der Regionalliga angepasst. Nachdem in den letzten beiden Jahren der Aufstieg nur denkbar knapp verpasst wurde, scheint die Truppe nun gefestigt und gewillt, möglicherweise aufkommenden Druck im Saisonschlussspurt besser verarbeiten zu können. „Wir haben in der Vergangenheit viel Lehrgeld bezahlen müssen. Jetzt ist es an der Zeit zu zeigen, dass wir uns weiter entwickelt haben.“

Doch ein Manko hat Kohnke bei seinem Team dann doch noch ausgemacht: „Wir brauchen einfach noch zu viele Chancen, um das Tor zu machen.“ Auch deshalb hofft der Coach, in der Winterpause vielleicht noch eine hochkarätige Stürmerin verpflichten zu können. „Wir halten stets die Augen offen und werden sehen, ob dann jemand auf dem Markt sein wird, der uns weiterhelfen kann.“

Ansonsten ist man in Lübars bereit für die 2. Bundesliga: Die Kooperation mit Hertha BSC trägt erste Früchte. Und mit Christian Pohl, der aus Frohnau kam, hat Kohnke nun einen Trainer an seiner Seite, der ihm viel Arbeit abnimmt. Und doch formuliert der Coach die Ziele verhaltener als in der Vergangenheit: „Dieses Jahr wird der Kampf um den Aufstieg noch härter, weil die Konkurrenz einfach noch mal stärker geworden ist und wir nicht mehr als das Überraschungsteam der Liga, sondern als ein Mitfavorit angesehen werden. Aber: Der 1. FC Lübars tritt immer an, um erfolgreich zu sein und irgendwann in der Bundesliga zu spielen. Deshalb sage ich: Es wird zwar schwieriger. Und trotzdem ist alles möglich.“