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Klassenerhalt geschafft

Hockey-Herren vom TC Blau-Weiss bleiben in der Bundesliga

 

 

Von Michael Nittel

 

Wilmersdorf. Die Hockey-Herren vom TC Blau-Weiss Berlin haben am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga geschafft. Am Sonnabend sicherte sich die Truppe um Trainer Jamilon Mülder ihren Platz in der Eliteliga durch ein 9:6 (4:0)-Triumph über den TSV Leuna. Nur 20 Stunden später gelang mit einem 3:3 (2:2)-Remis gegen den Berliner HC, das Aushängeschild des Hockeysports in der Hauptstadt, ein versöhnlicher Saisonabschluss in der Halle.

„Der Druck gegen Leuna war enorm“, erläuterte Mülders. „Wir haben zwar nach Außen propagiert, das Wohl und Weh unseres Klubs hängt nicht vom Klassenerhalt in der Halle ab. Aber man weiß nie, was für Befindlichkeiten die Jungs entwickeln, wenn sie in der Halle nur zweitklassig spielen und dieses negative Erlebnis auch noch mit auf das Feld nehmen.“

Die Ausgangslage war klar: Verliert man gegen Leuna, wäre man auf die Schützenhilfe anderer Klubs angewiesen und vermutlich abgestiegen. Doch die Mannschaft war vor rund 450 Zuschauern in der Werner-Ruhemann-Sporthalle prima eingestellt, von der ersten Minute an hochkonzentriert, stand in der Defensive überragend und war zu keiner Zeit in Gefahr, das Spiel gegen den Aufsteiger zu verlieren. Philipp Marx und Jonas Weinhardt waren mit jeweils drei Toren die besten Schützen.

Im Derby gegen den BHC konnte man dann befreit aufspielen. So lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch und boten den Zuschauern zumindest vor der Pause attraktives und offensives Hockey. Doch ab der 27. Minute veränderte sich alles: Martin Zwicker vom BHC sah von Schiedsrichter Alex Tröllsch erst die grüne, dann die gelbe Karte, weil er einen Gegenspieler beschimpft hatte und sich trotz Aufforderung nicht beruhigen ließ. Auf dem Weg zur Strafbank soll der Nationalspieler dem anderen Schiedsrichter Michael von Ameln dann gesagt haben: „Was pfeift der denn für einen Scheiß?“ Daraufhin sah Zwicker Rot und dezimierte sein Team für den Rest des Spiels.

„Die rote Karte ist bitter, weil der BHC somit in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft geschwächt sein wird. Und das ist für den gesamten Berliner Hockeysport sehr schade“, erklärte sich Mülders mit dem BHC solidarisch. „Und mal ganz nebenbei war es von da an kein richtiges Hockeyspiel mehr.“

Die Blau-Weissen versuchten zwar, die Überzahl zu nutzen. Doch letztlich ging keines der beiden Teams an seine Grenzen. „Es ging um nichts mehr. Keiner wollte sich unnötig verletzen. Also haben sie es einfach heruntergespielt.“ Die Treffer für den Gastgeber erzielten Nicolas Bauss, Philipp Marx und Nicolai Nieder.

Mit neun Punkten aus zehn Spielen beendeten die Mannen vom Grunewald die Saison in der Halle auf Platz fünf. „Am Ende haben mir neun Leute gefehlt. Wir haben das gemacht, was wir konnten. Und es hat zum Klassenerhalt gereicht. Nächstes Jahr greifen wir halt wieder an.“

Zunächst steht aber nun die Rückrunde in der 2. Bundesliga auf dem Feld an. Mit 15 Punkten rangieren die Wilmersdorfer auf dem zweiten Platz und liegen nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter Münchner SC zurück. Mülders wagt einen Ausblick: „Wir sind stark genug, um auf einem der ersten drei Plätze zu landen.“