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Spiel, Satz und Regenpause Toller Sport und Wetterkapriolen beim größten internationalen Jugendtennisturnier Berlin-Brandenburgs
Von Michael Nittel Reinickendorf. Man sah Siegfried Bahlke und Theo Siemes die Anstrengungen der letzten sieben Tage an: Die Gründerväter und Organisatoren des größten internationalen Tennisturnieres für Jugendliche in Berlin und Brandenburg hatten sich in den Schatten eines Sonnenschirms zurückgezogen, während die Temperaturen auf den acht Sandplätzen unaufhaltsam anstiegen. Und sie ließen gemeinsam die turbulenten Ereignisse des 10. Internationalen Ferienpokals des BFC Alemannia unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) Revue passieren. Eine Woche lang jagten bis zum gestrigen Dienstagabend knapp 300 Nachwuchsspieler in fünf Altersklassen der gelben Filzkugel hinterher. „Diese hohe Zahl hat uns überrascht“, so Geschäftsstellen- und Turnierleiter Siegfried Bahlke, der die Geburtsstunde dieser Veranstaltung im Jahr 1998 noch heute als „absoluten Volltreffer“ bezeichnet. In der Spitze hatte das Turnier 330 Meldungen, im letzten Jahr war die Zahl auf 250 zurückgegangen. „Ich habe dieses Jahr sogar eine E-Mail-Anfrage aus Australien bekommen“, verriet Theo Siemes, verantwortlich für Presse und Sponsoring. Doch mit Turnierbeginn kamen die Probleme: der starke Dauerregen der letzten Woche, die brutale Hitze der letzten Tage und ein Absturz des Hauptrechners, auf dem alle Turnierdaten und Meldungen registriert waren, verlangten den Organisatoren alles ab. „Es war schrecklich“, so Bahlke. „Der Regen der ersten beiden Tage führte zu unendlich langen Wartezeiten – die Kinder, aber auch ihre Eltern waren genervt.“ Von morgens bis nach Mitternacht wurde organisiert, telefoniert und umdisponiert. Die Tennisunion Grün-Weiß, ein Klub in der Nachbarschaft, stellte seine Plätze zur Verfügung. „Und dann war plötzlich unser Hauptrechner platt“, umschrieb Siemes das nächste Schreckensszenario. Es brauchte eine ganze Nacht, um die Daten zu rekonstruieren. Und dann kam die Hitze. „Erhöhte Ozonwerte, drohende Hitzschläge, verängstigte Eltern – das alles geht einem durch den Kopf“, so Bahlke, der noch unschlüssig ist, ob seine Kräfte ausreichen, das Turnier ein elftes Mal mit zu organisieren. Und doch bot auch dieses Jubiläum tollen Sport und offenbarte das eine oder andere Talent. So wie Katharina Stein, die – so Siemes – talentierteste Alemannin. „Beim eigenen Turnier auf der eigenen Anlage zu spielen ist schon etwas ganz Besonderes“, so die 18-Jährige, die seit ihrem sechsten Lebensjahr Tennis spielt und große Ziele hat: „Ich möchte mindestens unter die ersten 500 der deutschen Rangliste kommen – vielleicht aber auch ein wenig weiter nach oben.“ Doch leider ist sie eher eine Ausnahme. Denn der Tennissport gerät – auch aufgrund ausbleibender Erfolge deutscher Spieler – ins Abseits. „Wir müssen hier für jedes einzelne Sandkorn bezahlen. Die Fußballer bekommen alles – wir nichts“, so Bahlke. Viele Familien könnten sich daher die hohen Mitgliedsbeiträge und Trainerstunden nicht leisten. Der Nachwuchs bleibt weg. Bei Redaktionsschluss waren die Endspiele zwar noch nicht beendet. Doch eines stand für Theo Siemes fest: „Dieses Turnier wird es auch im elften Jahr geben.“ Und als Siegfried Bahlke dann schon gegangen war, fügte Siemes noch hinzu: „Und ohne den Sigi würde es das Turnier schon längst nicht mehr geben.“ |



