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„Jetzt packen wir es“

Basketballer des VfB Hermsdorf stehen nach Derbysieg vor dem Aufstieg

 

Von Michael Nittel

Hermsdorf. Die Basketballer des VfB Hermsdorf stehen nach dem 79:48 (28:24)-Kantersieg im Derby der 2. Regionalliga Ost gegen Future Basketball Berlin kurz vor dem ganz großen Wurf: Wenn am Sonnabend beim DBV Charlottenburg gewonnen wird, steigt die Truppe um Coach Alan Ibrahimagic in die 1. Regionalliga auf.

Doch gegen den Tabellenneunten aus Wilmersdorf taten sich die Hermsdorfer zunächst schwer: Zwar kreierte die VfB-Offensive viele freie Würfe, doch der Ball fiel einfach nicht in den Korb. Erst in der siebten Spielminute – im Basketball eine Ewigkeit – gelangen die ersten Punkte. „Wir spüren natürlich diesen enormen Druck, jedes Spiel gewinnen zu müssen“, analysierte der Coach. „Und wenn dann die ersten Bälle nicht reingehen, obwohl man eigentlich ganz gut spielt, wird man von Minute zu Minute immer nervöser.“ Doch wieder einmal fand der VfB durch seine herausragende und aggressive Verteidigung zurück in ein Spiel. Bis zur Halbzeit konnte man den Rückstand nicht nur verkürzen, sondern ging sogar mit einer knappen Führung in die Kabine.

Und was dann folgte, war auch Offensiv eine Basketball-Demonstration: Mit 30:5 demontierten die Nordberliner die Gäste im dritten Viertel und stellten die Weichen  auf Sieg. „Die zweite Halbzeit hat im Gegensatz zur ersten gezeigt, wie eng es beim Sport manchmal zugeht, dass Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden: Die ersten Würfe sind dieses Mal reingefallen und die Jungs haben sich in einen Rausch gespielt.“

In dieser Spiel entscheidenden Phase tat sich beim VfB besonders Michel Altenburg hervor, der das Heft des Handelns in die Hand nahm, einige wichtige Punkte erzielte und so sein Team mitriss. Der Kapitän war mit 14 Punkten dann auch bester Schütze der Partie. Jared Sebhatu und Marcel Karge mit jeweils elf sowie Friedrich Huth mit neun Zählern erwiesen sich auf Seiten des Gastgebers ebenfalls als treffsicher. „Unter dem Strich war es heute aber ein Teamerfolg, bei dem kein Spieler hervorzuheben ist. Und so ist es mir eigentlich auch am liebsten.“

Am Sonnabend entscheidet sich nun in der kleinen Sporthalle in der Leistikowstraße, ob der VfB aufsteigen wird oder nicht. Bis dahin wird man sich wie vor jedem anderen Spiel akribisch auf den Gegner vorbereiten. „Das Spiel wird sehr, sehr schwer. Der DBV ist eine erfahrene und körperlich robuste Mannschaft. Da müssen wir über 40 Minuten richtig gegenhalten.“

Udo Wroblewski, Vorsitzender bei Future Basketball, äußerte sich über den VfB und seine Chancen im Aufstiegskampf: „Natürlich sieht es für die Hermsdorfer gut aus. Sie haben alle Chancen. Zwar ist in Charlottenburg alles möglich. Aber ich glaube nicht, dass der VfB sich das jetzt noch nehmen lässt.“ Diese Worte wird man im Lager der Hermsdorfer gern vernehmen. Doch am nötigen Glauben mangelt es dem VfB ohnehin nicht: „Jetzt packen wir es“, zeigte sich Ibrahimagic selbstbewusst. „Wir waren für lange Zeit der ungeschlagene Tabellenführer, dem jeder ein Bein stellen wollte. Mit jedem weiteren Sieg merkte man dem Team an, dass es schwer ist, sich Woche für Woche auf jeden Gegner einhundert prozentig zu konzentrieren und zu motivieren. Schließlich machen wir hier keinen Leistungssport – alle gehen Arbeiten oder Studieren. Doch wenn es um was ging, waren die Jungs immer da. Ich glaube ganz fest an mein Team. Wir werden aufsteigen.“