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Zwischen allen Stühlen Blau-Weiß Mahlsdorf-Waldesruh möchte mehr Kinder aufnehmen, kann es zurzeit aber nicht
Von Michael Nittel Mahlsdorf. Der FSV Blau-Weiß Mahlsdorf-Waldesruh steht vor einem ernsthaften Problem: Er hat ein tolles Zukunftsprojekt zu Papier gebracht, um Kindern und Jugendlichen aus dem Bezirk und dem Umland eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Es gibt genug Interessenten, die dem Verein beitreten möchten. Und doch kann der Klub zurzeit keine neuen Mitglieder aufnehmen. „Wir benötigen, um unsere Ideen auch nur halbwegs umsetzen zu können, mehr Platz, einen zusätzlichen, wenn möglich einen Kunstrasenplatz, und noch mehr qualifizierte Nachwuchstrainer, denen man ja auch zumindest eine Aufwandsentschädigung zahlen muss. Unsere Kapazitäten sind momentan erschöpft“, umriss Vorstandsmitglied Nanette Maiwald das Dilemma, das viele Sportvereine haben. Doch bei den Blau-Weißen kommt ein ganz spezielles Problem hinzu: Der FSV ist zwar ein Berliner Sportverein, der mit seinen Teams am Spielbetrieb des Berliner Fußballverbandes teilnimmt. Und immerhin kommen rund 75 Prozent der Mitglieder aus Berlin. Allerdings liegt das Vereinsgelände im Land Brandenburg. Und damit fehlt eine finanzielle Unterstützung durch den Bezirk. Das Konzept des Vereins sieht unter anderem einen Fußballtreff oder auch Jugendklub für so genannte Lückekinder sowie eine Intensivierung der Kooperation mit der Best-Sabel-Grundschule, mit der vor rund zwei Jahren begonnen worden war, vor. Doch dafür sei ein Ausbau sowie eine Teilsanierung des Vereinsheims und seiner Kabinen unerlässlich: „Wir machen hier sehr viele Arbeiten selbst. Berücksichtigt man diese Leistungen unserer Mitglieder, bekommen wir rund 50.000 Euro an Eigenleistung zusammen“ schätzt Nanette Maiwald. „Insgesamt reden wir aber über 250.000 Euro, die wir bräuchten.“ Von der Gemeinde Hoppegarten gibt es jährlich 12.000 Euro – vom Bezirk Marzahn-Hellersdorf nichts. Dabei ist das Interesse der Kinder und Jugendlichen im Bezirk und auch im Umland sehr groß: Beim diesjährigen Ostercamp konnte man die Teilnahme im Vergleich zum Vorjahr um 100 Prozent steigern: kamen in 2010 noch 35 Kinder, waren es zuletzt 75. In einem Schreiben des Bezirks vom Mai 2009 hieß es, dass das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf „sich nicht in der Lage sieht, Ihnen eine finanzielle Unterstützung zu geben“, da der Landesrechnungshof untersage, „außerhalb der Grenzen des Landes Berlin Baumittel zu verausgaben.“ Sportstadtrat Stefan Komoß (SPD) bestätigte, dass sich daran bis zum heutigen Tag nichts geändert habe: „Der Bezirk hat bis zur Intervention des Rechnungshofes bauliche Maßnahmen unterstützt, kann dies aber nun nicht mehr.“ Ferner ergänzte der Sportstadtrat, dass sich finanzielle Unterstützungen „nahezu“ ausschließlich auf die Infrastruktur von Sportstätten beziehen, eine anderweitige Förderung daher nicht möglich sei. Allerdings lobte der Sportstadtrat die Arbeit des Klubs mit den Kindern und Jugendlichen, blieb aber eine Antwort schuldig, was er einem Kind, das bei den Blau-Weißen mit dem Fußballspielen beginnen möchte, sagen würde, warum es das zurzeit nicht kann. Aber einen Tipp für den FSV hatte er parat: „Aus meiner Sicht gibt es für einen vorhandenen finanziellen Bedarf nur die Möglichkeit, das Sponsoring auszubauen. Es ist mir bewusst, dass dies ein schwieriger Weg ist. Er erscheint mir aber lohnend.“ Dass das Geld nicht auf der Straße liegt, hat man in Mahlsdorf längst begriffen. Doch allen Schwierigkeiten zum Trotz ist und bleibt das Engagement der Mitglieder hoch. Und auch ein Umzug stehe definitiv nicht zur Debatte. Nanette Maiwald abschließend: „Wir alle, und damit meine ich nicht nur die älteren Mitglieder, sind hier in Waldesruh fest verwurzelt. Hier liegt unsere Tradition. Und das können, wollen und werden wir nicht aufgeben.“ |




