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„Richtig geackert“

Handball-Nachwuchs der Füchse überrollt TSV Ellerbek

 

Von Michael Nittel

Reinickendorf. Die A-Juniorinnen der Reinickendorfer Füchse haben in der so genannten Meisterrunde der Handball-Regionalliga Nordost den TSV Ellerbek mit einer richtigen Packung nach Hause geschickt: Die von Anja Gehrke gecoachte Mannschaft entzündete beim 41:28 (20:13)-Triumph gegen die jungen Damen aus Schleswig-Holstein ein Offensivfeuerwerk und siegte auch in dieser Höhe verdient.

„So ein Spiel ist für jeden Trainer ein Geschenk und für mich Lohn und Bestätigung unserer Arbeit“, freute sich Anja Gehrke, die die Füchse erst zu Saisonbeginn übernommen hatte. „Die erste und zweite Welle haben sehr gut funktioniert. Und auch in der Abwehr haben die Mädchen richtig geackert.“ Letztlich sei der Sieg ein echter Teamerfolg gewesen, bei dem jede Spielerin – ohne Ausnahme – ihre Aufgaben absolut erfüllt hätte.

Von Beginn an gingen die Gastgeberinnen engagiert zu Werke und setzten sich früh ab.

Nach nur acht Minuten lagen die Füchse schon mit 6:2 vorn und hatten dem Spiel längst seine Richtung gegeben. Ellerbeks Trainerin Manuela Henße nahm eine Auszeit und tobte: „Ihr lauft vorn einfach nur wild und ziellos durch die Gegend. Und zurück lauft ihr gar nicht. Wehrt euch!“ Ein Statement, das sie so auch nach dem Spiel hätte äußern können. Denn das ersatzgeschwächte Team aus Ellerbek konnte den Hebel nicht mehr umlegen und wurde von den offensivfreudigen Füchsen zeitweise vorgeführt und an die Wand gespielt.

Der Zug zu den vorderen Tabellenplätzen ist für die Nordberliner zwar schon abgefahren – aber Anja Gehrke hat die Saison noch lange nicht ad acta gelegt: „Vielleicht ist für uns der fünfte Platz noch drin. Und darüber hinaus möchten wir das eine oder andere Spitzenteam noch ärgern.“ Und dann gilt Anja Gehrkes Augenmerk natürlich auch darauf, den talentiertesten A-Juniorinnen den Sprung in die erste Damenmannschaft zu ermöglichen: Fünf Nachwuchsspielerinnen wechseln im Sommer zu den Erwachsenen. „Von ihnen könnten zwei den Sprung schaffen“, erläuterte die Trainerin, ohne Namen nennen zu wollen. Sie betonte aber auch, dass dieser Sprung nicht einfach werden würde: „Letztlich liegt es an jeder einzelnen Spielerin selbst, wie engagiert sie ihre Ziele verfolgt. Aber unsere Frauen haben sich in den letzten zwei Jahren so toll entwickelt, dass jedes meiner Mädchen mindestens ein halbes, wenn nicht ein ganzes Jahr benötigt, um die anderen zu erreichen.“

Und dann besteht ja immer noch die Möglichkeit, dass die Damen der Füchse in die 2. Bundesliga aufsteigen – der Sprung für den Nachwuchs also noch größer wäre. Nach dem 40:23-Sieg der Damen gegen den SV Fortuna Neubrandenburg hechelt man Spitzenreiter TSG Wismar bei noch vier ausstehenden Spielen weiterhin einen einzigen Punkt hinterher. „Wenn Wismar noch ein Spiel verlieren sollte, damit wir vorbeiziehen können, dann vielleicht das in Buxtehude. Aber dann müssten auch wir erst einmal unsere Partien allesamt gewinnen“, erläuterte Damen-Coach Edgar Fahrenwald nüchtern. Schlaflose Nächte habe er deshalb aber nicht, da man das Ziel 2. Bundesliga zwar verfolge, in diesem Jahr aber ohnehin noch nicht auf dem Plan gehabt habe. Fahrenwald, der sehr eng mit Anja Gehrke zusammenarbeitet, sieht übrigens auch mindestens zwei Juniorinnen auf dem Sprung in sein Team. Und so teilt Anja Gehrke das Schicksal mit allen Nachwuchstrainern dieser Welt: Für zwei Jahre hat man die jungen Menschen unter seinen Fittichen, bevor sie dann in die nächste Altersklasse wechseln. Die Trainerin abschließend: „Wenn die Mädchen, die ich trainiere, dem Handball treu bleiben, würde mich das schon freuen. Und wenn eine von ihnen sogar den Sprung nach ganz oben schaffen sollte, wäre das eine ganz besondere Auszeichnung der eigenen Arbeit.“