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Friedenau räumt auf Stadtgespräch Berlin initiiert Frühjahrsputz im Kiez
Von Michael Nittel Friedenau. Weit über 100 Menschen, so genannte Kehrenbürger, haben sich am Aktionstag „Friedenau räumt auf“ beteiligt und dafür gesorgt, ihren Kiez ein wenig schöner zu gestalten. Das vom Stadtgespräch Berlin initiierte und vom Friedenau-Netzwerk organisierte Großreinemachen auf dem Breslauer Platz und in den Straßen darum herum soll aber nur der Auftakt von vielen weiteren Aktionen in Friedenau, aber auch in anderen Kiezen und Bezirken gewesen sein, die unter dem Motto stehen: Berlin – unsere saubere Stadt. „Ich freue mich unheimlich darüber, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger an unserer Aktion beteiligt haben“, sagte eine glückliche Magrit Knapp vom Friedenau-Netzwerk. „Ich bin momentan noch absolut überwältigt und auch sprachlos.“ Drei Wochen lang hatte sie mit ihren Mitstreitern vom Netzwerk, das es nun schon seit vier Jahren gibt, mit einem Marktstand für diese Aktion geworben. Unterstützt wurde diese Aktion, für die Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) die Schirmherrschaft übernommen hatte, unter anderem von der BSR, die alle Beteiligten mit einem so genannten Kehrpaket (Greifer, Müllsäcke, Besen, Westen) ausgestattet hatte. „Jeder, der heute hier beteiligt war, geht mit dem Gefühl nach Hause, für sich und seinen Kiez etwas getan zu haben“, unterstrich Magrit Knapp die Bedeutung dieser Aktion. „Man kann nicht immer nur von anderen etwas verlangen, ohne selbst etwas zu tun“, ist sie von der Wichtigkeit des Engagements des Einzelnen überzeugt. Ziel des Friedenau-Netzwerkes sei es auch, nicht nur die Bürger, sondern auch andere Netzwerke und Arbeitsgemeinschaften zusammenzuführen, um Dinge gemeinsam anzustoßen oder zu bewegen. „Ich denke, dass man in der Gemeinschaft stets mehr erreicht als allein. Diese Kooperationen sollten nicht nur über den eigenen Kiez hinausgehen, sondern könnten im Einzelfall auch bezirksübergreifend sein.“ Das Stadtgespräch Berlin, das diese Aktion initiiert hatte, ist ein Gesprächskreis für bürgerliches Engagement. Doch welche Idee steckt dahinter? „Das Stadtgespräch will sich den wichtigen Themen unserer Stadt annehmen – allerdings nicht als Forderung gegenüber der Politik, sondern in einer Form, sich selbst für diese Stadt verantwortlich zu fühlen“, erklärte Dr. Volker Hassemer, einer von zurzeit rund 50 ehrenamtlichen Mitstreitern des Stadtgesprächs. „Wenn Sie so wollen: Ein freundschaftliches Verhältnis der Berliner zu ihrer Stadt. Es macht doch überhaupt keinen Sinn, nur über die Dinge zu reden. Die Veränderungen beginnen bei den Menschen.“ Auch der Friedenauer Michael Sütfels beteiligte sich an der Aufräumaktion und ist von ihrer Nachhaltigkeit überzeugt: „Ich lebe hier und möchte, dass mein Kiez schön und natürlich auch sauber ist. Darum mache ich mit. Und ich bin mir sehr sicher, dass es vielen anderen Menschen im Kiez genauso geht. Also haben wir nun einen Anfang gemacht. Und wenn sich das herumspricht, werden es beim nächsten Mal noch viel mehr Menschen sein.“ Lässt sich diese Idee, Bürger zu vernetzen, um Dinge im eigenen Kiez voranzubringen, sich zu engagieren, auch auf andere Kieze und Bezirke der Hauptstadt übertragen? „Es gibt doch dieses schöne Lied: Berlin ist ja so jroß. Natürlich leben hier 3,4 Millionen Menschen. Aber letztlich hängt alles doch an jedem Einzelnen, an einer bestimmten Stelle in seinem Kiez etwas zu bewegen. Es gibt diese Leute schon längst. Und auch die Stimmung und das Verhältnis der Berliner zu ihrer Stadt ändern sich allmählich. Ich bin optimistisch, dass dieses Engagement, wie wir es heute erlebt haben, wie ein Buschfeuer um sich greifen wird“, sagte Hassemer. Und auch Magrit Knapp ist optimistisch: „Ja! Definitiv. Das ist wie ein Stein, den sie ins Wasser werfen. Es gibt Ringe, erst ganz klein, die sich dann aber immer weiter ausbreiten. Die Menschen wollen sich engagieren. Und um in diesem Bild zu bleiben: Vielleicht musste nur jemand diesen ersten Stein ins Wasser werfen.“ |




