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Plattform für die Handball-Bundesliga Nachwuchsteam der Füchse steht kurz vor dem Aufstieg
Von Michael Nittel Reinickendorf. Die zweite Mannschaft der Füchse Berlin hat das Spitzenspiel der Oberliga Berlin-Brandenburg gegen die SG Tempelhof-Mariendorf / Blau Weiss mit 32:28 (13:14) für sich entschieden und damit einen großen Schritt Richtung Aufstieg in die Regionalliga gemacht. „Es war das erwartet schwere Spiel für uns“, analysierte Füchse-Coach Gunter Funk kurz nach der Schlusssirene. „Schließlich sind hier heute die beiden besten Mannschaften der Liga aufeinandergetroffen. Und sie haben sich nichts geschenkt.“ So sahen rund 200 Zuschauer in der Sporthalle Cyclopstraße von Beginn an ein brisantes, spannendes und hochemotionales Derby, in dem sich kein Team absetzen konnte. Bis in die zweite Halbzeit lag sogar der Gast aus dem Süden mit bis zu drei Toren vorn. Erst ab der 40. Minute kippte die Partie zugunsten der Füchse. „Der Schlüssel zu unserem Erfolg war, dass wir zum Ende hin mehr Kraft hatten als unser Gegner“, erläuterte Funk, der dabei auf die größeren Alternativen in seinem Team verwies und in der entscheidenden Phase häufiger durch wechseln konnte als Gästetrainer Matthias Prokot. Damit bleibt die Bilanz der Nordberliner in dieser Spielzeit makellos: 19 Spiele – 19 Siege. Bei noch sieben ausstehenden Partien konnte man den Vorsprung auf die SG TMBW zudem auf acht Punkte ausbauen. Damit ist den Füchsen der Aufstieg eigentlich nicht mehr zu nehmen. Oder? „Man kann immer mal ein Spiel verlieren“, hielt sich Funk noch bedeckt. „Aber mit dem heutigen Sieg im Rücken sollte das Selbstbewusstsein eigentlich groß genug sein, um bereits in den nächsten Wochen den Aufstieg perfekt zu machen.“ Der Sprung in die Regionalliga wäre für das ganze Handball-Projekt Füchse Berlin ohnehin von enormer Bedeutung: Die meisten Spieler des Teams sind 19 oder 20 Jahre jung, mitunter sehr talentiert und haben nur ein Ziel vor Augen: die Bundesliga. „Unser Bundesligateam strebt nach Europa. Das schafft man aber nicht mit jungen deutschen Spielern, sondern mit erfahrenen, teilweise international hochkarätigen Kräften.“ Die Aufgabe der zweiten Mannschaft, die Coach Funk selbst als „Ausbildungsteam“ bezeichnet, sei es, den Nachwuchskräften Spielpraxis zu geben, sie zu fördern und sich langsam entwickeln zu lassen. „Dafür wäre die Regionalliga, in der das Niveau schon sehr hoch ist, die geeignete Plattform.“ Und am Ende könnte dann für den einen oder anderen Spieler der Sprung in das Bundesligateam stehen. Gute Chancen räumt Funk dabei den Rückraumspielern Gabor Langhans, in der Vergangenheit immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen, und Colja Löffler, sowie dem Rechtsaußen Johannes Sellin ein. Löffler, seines Zeichens Jugend-Nationalspieler, hatte unlängst gegen TUSEM Essen bereits Bundesligaluft schnuppern dürfen. Die Füchse bauen aber nicht nur auf den eigenen Nachwuchs, sondern setzen auch auf den Lokalkolorit: „Rund 80 Prozent meiner Spieler sind Berliner Jungs. Darauf haben wir in der Vergangenheit viel Wert gelegt und werden es auch in Zukunft tun“, versprach Funk. „Und natürlich wäre es schön, wenn auch der eine oder andere Berliner den Sprung in die Bundesliga schaffen könnte. Aber: Diese Liga ist eine, wenn nicht die beste der Welt und hat einen hohen Ausländeranteil. Das macht es für jeden jungen, deutschen Spieler schwer. Aber wenn wir es schaffen sollten, alle zwei Jahre den einen oder anderen in das Bundesliga-Team zu integrieren, dann wäre das schon ein großartiger Erfolg.“ |






