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Wittenau will dritte Kraft werden

Sportlicher Misserfolg im Jubiläumsjahr als Ansporn für die Zukunft

 

Von Michael Nittel

Wittenau. Spricht man mit Dirk Schröder über den Wittenauer SC Concordia, glänzen seine Augen. Doch ausgerechnet im Jahr des 100-jährigen Vereinsjubiläums musste der Coach, der seit rund zehn Jahren für den Klub aktiv ist, die sportlich größte Enttäuschung hinnehmen: den Abstieg aus der Fußball-Landesliga.  Doch die Wunden sind geschlossen – längst ist die Zuversicht nach Wittenau zurückgekehrt.

„Natürlich war die Enttäuschung riesengroß“, erinnerte sich Schröder an den Sommer, als der Abstieg besiegelt war. „Uns allen war aber auch immer bewusst, mit welch bescheidenen Mitteln wir hier arbeiten und dass wir in den zurückliegenden Jahren vermutlich stets das Maximum herausgeholt haben. Aber im gleichen Moment habe ich auch gesagt: Jetzt erst recht!“

Der Kader sei in der Breite einfach nicht gut genug gewesen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Dabei habe es aber keine Rolle gespielt, dass sich die Kicker im Jubiläumsjahr – in dem sich Vereine in der Regel oft Großes vornehmen – zu sehr unter Druck gesetzt hätten. „Der Fußballer denkt nicht daran, wie viele Jahren es einen Verein gibt. Der will einfach nur spielen.“ Ein Trainer, der offen eingesteht, dass sein Herzblut am Klub hängt, interessiert sich aber sehr wohl: „Natürlich bin ich dem Verein sehr verbunden und hoffe deshalb auch, dass wir bald mehr Konstanz in den Klub und auch in unsere sportliche Entwicklung bekommen.“

Im Vorstand hat Holger Seidel kommissarisch den Vorsitz übernommen. Vieles spricht dafür, dass er im Januar zum Vorsitzenden gewählt wird. Schröder ist zuversichtlich, dass damit der Weg in eine bessere Zukunft geebnet ist. „Ich denke, dass wir uns finanziell anders aufstellen werden, auch mal die eine oder andere Prämie zahlen, um vielleicht auf diesem Weg Spieler nach Wittenau zu locken.“ Concordia möchte dabei aber auf junge Spieler setzen, die – mangels einer eigenen überzeugenden Nachwuchsarbeit – aus anderen Klubs kommen müssten. „Ich habe schon jetzt sechs oder sieben Jungs im Kader, die 19 bis 21 Jahre jung sind. Das soll die Grundlage unseres künftigen Arbeitens sein.“

Sportlich läuft es zurzeit schon ganz gut: Nach acht Spieltagen liegen die Wittenauer auf dem dritten Rang und haben die beiden ersten Plätze, die zum Aufstieg berechtigen, fest im Blick. „Es gibt viele Mannschaften, die das Ziel haben, aufzusteigen und dafür die ersten beiden Plätze belegen möchten. Ich hoffe nur, dass wir es ein bisschen mehr wollen als die Anderen.“ Schröder sieht sein Team dafür gut gerüstet: Sein Kader sei stärker als in der Vorsaison, zudem ausgeglichener besetzt. „Letztlich muss aber jedes Spiel erst gespielt werden. Und wie das Team mit möglichem Druck umgehen wird, kann ich noch nicht einschätzen.“

Abschließend formulierte Schröder noch ein mutiges Ziel: „Reinickendorf ist ein Fußballbezirk mit vielen tollen Teams. Die Füchse sind natürlich unangefochten. Unser Ziel ist es aber, irgendwann einmal dahinter die dritte Kraft zu werden.“