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„So sehen Sieger aus“

Berliner SC gewinnt Spitzenspiel der Fußball-Landesliga

 

Von Michael Nittel

Wilmersdorf. Der Berliner SC hat das Spitzenspiel der Fußball-Landesliga für sich entschieden und darf weiter von der Meisterschaft und dem Aufstieg träumen: Im Duell mit dem Tabellenzweiten Club Italia behielt der Spitzenreiter mit 1:0 (1:0) die Oberhand und konnte den Vorsprung auf nun mehr fünf Punkte ausbauen.

„Der Sieg für uns ist hochverdient“, freute sich BSC-Coach Mario Reichel unmittelbar nach dem Schlusspfiff. „Wir haben kaum Torchancen zugelassen, uns überragend verschoben und immer wieder die Räume eng gemacht.“

Dabei musste der Coach auf neun Stammkräfte verzichten und kurzfristig auch noch auf den Veteranen und Kopf des Teams, Sven Meyer, verzichten, der sich beim Aufwärmen verletzt hatte.

Und so machte Reichel aus der Not eine Tugend und ließ wieder mal eine Hand voll Spieler aus dem schier unerschöpflichen Reservoir talentierter eigener Nachwuchskräfte auflaufen, die ihre Sache ganz hervorragend lösten. „Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft und der Leistung der vielen jungen Spieler.“

Die Partie begann, wie bei Spitzenspielen häufig zu sehen, zunächst sehr verhalten. Beide Teams versuchten, über die Zweikämpfe in die Partie zu kommen. Vor beiden Toren passierte zunächst nichts. In der 9. Minute hatten die BSC-Anhänger dann zum ersten Mal den Torschrei auf den Lippen: Doch der Linksschuss von Maik Haubitz aus 16 Metern wurde von Italia-Schlussmann Rene Hartmann noch soeben aus dem Winkel gekratzt. Ohnehin waren es die Nachwuchskräfte im Team des BSC, die der ersten Halbzeit ihren Stempel aufdrückten. Immer wieder kamen die jungen Maik Haubitz und Timo Höfler gefährlich über die linke Seite und ließen Gästecoach Alexander Füting auf seiner Bank leise raunen: „Verdammt, die beiden sind gut.“ Und so viel auch die Führung des BSC nahezu folgerichtig über die linke Seite: Im Anschluss an einen Einwurf passte Haubitz den Ball scharf vor das Tor, wo Angreifer Kevin Gempf das Leder unhaltbar zum umjubelten 1:0 über die Linie drückte. In der 33. Minute hätte erneut Gempf die Partie bereits vorentscheiden können. Doch der junge Angreifer wurde im letzten Moment von seinem Gegenspieler im Strafraum gelegt. „Das war ein klarer Elfmeter“, waren sich die Trainer Reichel und Füting einig. Doch die Pfeife des Referees blieb stumm – die Partie spannend.

Nach der pause machte der BSC die Räume noch enger und überließ dem Club Italia über weite Strecken den Ball. Doch den Gästen fiel an diesem Tag nichts ein, um den BSC-Riegel zu knacken. Und wenn doch mal ein Ball aus der Distanz Richtung BSC-Tor geflogen kam, ließ Schlussmann Lennard Peter wieder einmal nichts anbrennen.

Und während seine Spieler nach der Partie einen Kreis gebildet und den Schlachtruf „So sehen Sieger aus“ angestimmt hatten, blickte Coach Reichel schon wieder voraus: „Für den Moment dürfen sie sich natürlich freuen – keine Frage. Und mit diesem Spiel haben wir ein deutliches Zeichen gesetzt. Doch in den zehn letzten Partien dieser Saison werden noch 30 Punkte vergeben. Es ist also nichts entschieden.“ Aber natürlich glaubt Reichel an sein Team, das in Fußball-Fachkreisen immer noch als Außenseiter gesehen wird. „Uns scheint irgendwie niemand für voll zu nehmen. Doch damit kann ich gut leben: Wir sind die mit Abstand jüngste Mannschaft der Liga, haben viel Talent und jeder einzelne meiner Jungs einen verdammt guten Charakter. Und wir werden versuchen, diesen Spitzenplatz Woche für Woche zu verteidigen.“