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Dramatisch wie nie

Kobra Ladies werden erst in der Verlängerung Deutscher Meister

 

Von Michael Nittel

Wilmersdorf. Die Berlin Kobra Ladies sind zum vierten Mal in Folge Deutscher Meister im American Football geworden. Doch das Finale gegen die Düsseldorf Blades war spannender und dramatischer als alle Endspiele in den Jahren zuvor: Erst in der Verlängerung konnten sich die Kobra Ladies mit 34:28 durchsetzen.

Matchwinnerin war einmal mehr Running Back Susi Erdmann, die mit dem Ball in den Händen zum umjubelten Titelgewinn in die Endzone der Düsseldorferinnen gelaufen war.

Vor rund 450 Zuschauern setzte sich letztlich die Erfahrung der Berlinerinnen gegen den jungen

Überraschungsfinalisten aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt durch.

Nach verhaltenem Beginn erzielten die Kobra Ladies die ersten Punkte der Partie: Einen langen Pass von Spielmacherin Tina Busse fing Empfängerin Steffi Kultus, die den Ball über insgesamt 90 Yards in die Endzone der Blades trug.

Nachdem Düsseldorf das Spiel durch Punkte von Spielmacherin Claudia Baack und Jessica Neues gedreht hatte und mit einer Führung von 14:8 in die Halbzeit gegangen war, schienen die Kobra Ladies nach dem Wechsel ein wenig verunsichert: Das Passspiel klappte nicht mehr – das bei den Gegnern so berüchtigte Laufspiel mit Susi Erdmann auch noch nicht.

Entsprechend bestimmte Düsseldorf die Partie und konnte durch Running Back Christin Schlensog auf 22:8 erhöhen.

Doch jetzt zeigte sich, was ein wahrer Champion ist: Spielmacherin Tina Busse drehte auf. Steffi Kultus gelang mit einem gefangenen Ball der Anschluss. Und Susi Erdmann, die endlich in die Partie gefunden hatte, trug das Leder zunächst zum Ausgleich und im letzten Viertel zum 28:22 in die Endzone. Doch die Blades konnten noch einmal zurückschlagen, bevor Susi Erdmann, die nach der Partie zur besten Spielerin gewählt wurde, die Kobra Ladies erneut zum Deutschen Meister machte. „Die Saison war hart und sehr umkämpft. Deshalb ist auch dieser Titel wie die anderen zuvor einzigartig und nicht weniger schön“, freute sich Oona Rüster, Leistungsträgerin der Kobra Ladies, die ihre Schuhe schon längst an den Nagel hängen wollte. „Es macht aber jedes Jahr von Neuem wieder unheimlich viel Spaß, weil wir auch immer junge und hungrige Spielerinnen dazu bekommen.“ Und deshalb werden wir sie wohl auch im Jahr 2011 wiedersehen, wenn eine hungrige Mannschaft der Kobra Ladies erneut nach dem Titel des Deutschen Meisters greifen wird.