Freier Journalist |
|
Text und Foto |


|
Fußball lockt Jugendliche Bolzplatzliga begeistert wieder zahlreiche junge Menschen
Von Michael Nittel Charlottenburg. Mit einem Abschlussturnier ging die von „straks – Aufsuchende Sozialarbeit Jugendclubring Berlin“ initiierte Bolzplatzliga 2010 auf dem Platz Halemweg zu Ende. Sieben Teams, rund 50 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, aus dem Kiez zwischen Jungfernheide und Mierendorffplatz stritten um den Sieg, den sich letztlich das Team „Siemensstadt“ sichern konnte. „Wir sind sehr glücklich, auch in diesem Jahr wieder so viele Jugendliche mit unserer Liga angelockt zu haben“, freute sich Gudrun Schander von straks. Zwar sei der Verlauf aufgrund der sommerlichen Hitze ein wenig angespannt gewesen – doch letztlich hätte sich der Fairplay-Gedanke durchgesetzt, so dass der Veranstalter ein positives Fazit ziehen konnte. Dabei machte die Sozialpädagogin keinen Hehl daraus, dass die Klientel schwierig, dieses Angebot deshalb umso wichtiger sei: „Die Jungs spielen für ihr Leben gern Fußball. Doch aus einem Verein würden die meisten vermutlich schnell wieder herausfliegen.“ Deshalb sei es dem straks-Team auch ein Anliegen, die sozialen Kompetenzen der jungen Menschen zu stärken, damit sie irgendwann ihrer Leidenschaft tatsächlich auch in einem Sportverein nachgehen können. Das von der GEWOBAG geförderte Jugendprojekt wurde in diesem Jahr von straks in den Monaten Mai und Juni bereits zum vierten Mal ausgerichtet. Auf sieben Bolzplätzen im Kiez hatten die Spiele der Liga in den Jahren zuvor stattgefunden. Doch da sich der Bolzplatz Halemweg als zentraler Treffpunkt der Jugendlichen etabliert hatte, folgte straks ihrem Wunsch und wählte ihn als Austragungsort. Gudrun Schander erinnerte sich: „Wir haben damals die Plätze aufgesucht, gefragt, wie die Jungs heißen, ob sie sich als Mannschaft verstehen und bei unserer Liga mitmachen wollen. Und die meisten sind gekommen – das war wirklich großartig.“ Und daran zeigt sich einmal mehr, dass der Sport im Allgemeinen und der Fußball im Speziellen ein ideales Mittel ist, um junge Menschen anzusprechen und schnell zu begeistern. Wenn Gudrun Schander von der manchmal sehr diffizilen und teilweise persönlichen Sozialarbeit mit Mädchen spricht, beneidet sie ihre männlichen Kollegen und sagt mit einem Augenzwinkern: „Die müssen sich nur einen Fußball unter den Arm klemmen und schon sind die Jungs da.“ Primär geht es den Streetworkern darum, den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung fernab von Computer und TV zu bieten. „Uns ist es aber auch sehr wichtig, dass ein Gruppengefüge entsteht, dass die Jugendlichen miteinander ins Gespräch kommen und sie sich – im günstigsten Fall – auch mal ohne uns zum Spielen verabreden.“ In jedem Fall sind die Jugendlichen aus dem Kiez verrückt nach Fußball und der Bolzplatzliga. Auch deshalb hofft Gudrun Schander, dass es sowohl die Liga als auch andere Events wie den von straks organisierten Mitternachtsfußball weiterhin geben wird. Allerdings wäre es dafür von Nöten, die Bolzplätze im Kiez – vor allem den Käfig im Halemweg – wieder in einen besseren Zustand zu versetzen. |


