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Toleranz, Offenheit und Neugier SC Borsigwalde möchte Integrationsarbeit fortführen
Von Michael Nittel Borsigwalde. Die Auszeichnung mit dem Reinickendorfer Integrationspreis, den das Bezirksamt kürzlich zum ersten Mal verliehen hatte, hat beim SC Borsigwalde große Freude ausgelöst und für künftige Aufgaben motiviert. „Natürlich sind wir über diese Auszeichnung sehr glücklich und auch ein bisschen stolz“, freute sich Präsident Carsten Polte. „Dieser Preis ist eine Anerkennung unserer jahrelangen, kontinuierlichen Arbeit im Bereich der Integration.“ Bereits im Jahr 1992 hatte der SC den so genannten „Borsigwalder Tag gegen Ausländerfeindlichkeit“ ins Leben gerufen. Seither wird er jährlich am Himmelfahrtstag durchgeführt und erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Die Idee damals hatte der heutige Präsident: „Das Thema Integration war zur damaligen Zeit eigentlich noch keines. Uns war nur aufgefallen, dass es ständig und ausnahmslos negative Presse gab, wenn zum Beispiel Türken gegen Deutsche spielten. Das hat genervt, weil es nicht der Realität auf den meisten Plätzen entsprach. Deshalb wollten wir beweisen, dass man internationale Veranstaltungen initiieren kann, bei der es überhaupt keine Probleme gibt.“ Bereits 1995 gewann man dafür den Jugendförderpreis des Deutschen Fußballbundes. Der SC Borsigwalde, der aus einer großen Fußball- und einer kleinen Gymnastikabteilung besteht, hat zurzeit rund 600 Mitglieder, darunter knapp 450 Kinder und Jugendliche. Polte schätzt, dass an die 30 Prozent von ihnen einen Migrationshintergrund haben. „Fußball ist glücklicherweise immer noch ein Volkssport, den sich die meisten Menschen leisten können“, weiß Polte. „Das ist der Sport, den die Kinder lieben, in dem sie sich beweisen können und bei dem sie lernen, sich in einer Gruppe zu integrieren – egal, woher sie kommen und welcher gesellschaftlichen Schicht sie angehören.“ Dabei ist sich Polte sicher, dass gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Breitensportbetriebs für die Kinder und Jugendlichen mindestens genau so wichtig sind, wie der Sport selbst. Der Präsident schätzt, dass der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund im Kiez dem Anteil im Verein zumindest nahe kommt. Damit ist der SC im wahrsten Wortsinn ein richtiger Kiezklub. „Ich hoffe sehr, dass wir mit unserem Sportangebot den Lebensumständen der Menschen hier im Kiez gerecht werden. Das gilt für die Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder, für die Jungen und Mädchen gleichermaßen.“ Mit seiner Mädchenfußball-Abteilung ist der SC mittlerweile Berlin weit eine richtig große Nummer: Drei Damenteams sowie Jugendmannschaften in allen Altersklassen können nur wenige Berliner Klubs vorzeigen. Die D-Juniorinnen wurden im letzten Jahr sogar Berliner Meister. Der „Borsigwalder Tag gegen Ausländerfeindlichkeit“ wird auch in diesem Jahr wieder an Himmelfahrt, am 2. Juni durchgeführt. Erstmals wird der SC dann auch ein Mädchenfußball-Turnier ausrichten. Polte abschließend: „Wir möchten auch künftig mit unserem Sport die unterschiedlichsten Kulturen und Menschen zusammenbringen. Und es wäre schön, wenn dabei Toleranz, Offenheit und Neugier gegenüber dem Anderen weiter wachsen würden.“ |