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Einfach mal drüben angeklopft TSV Berlin-Wittenau kooperiert mit Vitanas Senioren Centrum
Von Michael Nittel Märkisches Viertel. In dieser Woche startet eine ganz besondere Kooperation: Der TSV Berlin-Wittenau, für sein Projekt: „Seniorenstützpunkt Bewegung“ bereits mehrfach ausgezeichnet, wird im Vitanas Senioren Centrum, Senftenberger Ring 51, Kurse anbieten, in denen sich die Bewohner sportlich betätigen sollen. Die Resonanz ist beeindruckend: Bereits vor der ersten Einheit hatten sich 40 Bewohner respektive ihre Angehörigen für diesen Kurs angemeldet. Sportverein und Seniorenzentrum sind begeistert: „Ältere Menschen werden oft vergessen“, erklärte Gina Martin, Reha-Fachwartin beim TSV. „Man denkt immer: Die liegen den ganzen Tag im Bett oder sitzen im Rollstuhl. Die Wahrheit aber ist: Sie sind wahnsinnig dankbar und interessiert, dass man ihnen ein Angebot macht. Und das werden wir hier versuchen.“ Und Uwe Lund, Leiter des Seniorenzentrums, ergänzte: „Es ist uns schon immer ein Anliegen gewesen, uns zu unseren Nachbarn zu öffnen. Aber es gibt nun einmal Berührungsängste. Jeder denkt, hier ist alles immer nur mit Tod und Trauer verbunden. Deshalb hoffen wir sehr, dass uns die Kooperation mit dem TSV auch ein wenig über dieses Stigma hinweg hilft.“ In kleinen Gruppen soll einmal in der Woche für eine halbe Stunde der Spaß an der Bewegung im Vordergrund stehen. Unter dem Motto „Mobilisation von Körper und Geist“ gehören scheinbar einfache Fingerübungen mit einem Igelball ebenso zu den Inhalten wie komplexere Bewegungen zur Musik. „Körper und Geist können nur dann funktionieren, wenn sie auch harmonisieren“, erklärte Gina Martin. „Deshalb versuchen wir, bestimmte Bewegungsabläufe durch Erinnerung und Musik wieder zu automatisieren.“ Somit ist dieses Angebot auch eine ideale Ergänzung zu der Ergotherapie, Sitzgymnastik und Sturzprophylaxe, die das Zentrum leisten kann. „Für mich ist es sogar noch mehr“, sagte Lund und erklärte sogleich: „Viele der Menschen leben hier nebeneinander her und scheuen den Kontakt. Durch solche Angebote wollen wir auch die Geselligkeit und Kommunikation untereinander fördern – Beziehungen schaffen.“ Den Kontakt zwischen Verein und Seniorenzentrum hatte die Bezirksbürgermeisterin a. D. und Schirmherrin dieser Kooperation, Marlies Wanjura, hergestellt. Uwe Lund erinnert sich: „Natürlich wollen und wollten wir uns schon immer mit unseren Senioren bewegen. Und Frau Wanjura, die sich bei uns sehr engagiert, sagte eines Tages zu mir: Sie wissen schon, dass sie einen Sportverein neben an haben? Gehen Sie doch einfach mal rüber und klopfen an.“ Und so war – nach einigen sehr ergiebigen Gesprächen – eine Kooperation geboren, von der sich beide Seiten viel versprechen. Gina Martin abschließend: „Ich würde mir einfach nur wünschen, dass sich die Menschen, die bei uns mitmachen, schon am Ende der Stunde auf die nächste freuen.“ |