Freier Journalist

Auf Augenhöhe

TC Blau Weiß mischt die 2. Hockey-Bundesliga auf

 

Von Michael Nittel

Wilmersdorf. Die Hockey-Herren vom TC Blau Weiß Berlin haben am 6. Spieltag der 2. Bundesliga Süd ihren zweiten Tabellenplatz behaupten können: Doch während man noch am Sonnabend das Schlusslicht TSV Schott Mainz mit 6:3 in seine Schranken wies, unterlag man nur 21 Stunden später dem Deutschen Hallenmeister Rüsselsheimer RK nach einem packenden Duell etwas unglücklich mit 4:5.

„Gegen Rüsselsheim haben wir noch nie großartig punkten können“, analysierte Trainer Jamilon Mülders kurz nach Spielschluss. „Aber sie waren der Favorit. Und unser Ziel war es, sich mit ihnen auf Augenhöhe zu messen. Ich denke, dass uns zumindest das gelungen ist.“

Ausschlaggebend für die Niederlage waren letztlich die vielen Fehler im Abwehrbereich. Nicht umsonst hat Blau Weiß mit 19 Treffern nach Mainz die bis dato meisten Gegentore der gesamten Liga kassiert. Offensiv konnte man den Gastgebern lediglich den Vorwurf machen, aus der Vielzahl der Chancen nicht noch das eine oder andere Tor mehr erzielt zu haben. So lief man stets einem Rückstand hinterher: Jasper van Gerven hatte zum zwischenzeitlichen 1:2 getroffen. Philipp Marx war das 2:3, Manuel Waltenberg das Tor zum 3:4 gelungen. Und Philipp Stahr traf mit dem Schlusspfiff zum Endstand von 4:5.

„Mit ein wenig Glück hätte uns sicherlich ein Unentschieden gelingen können, das uns in ein Penaltyschießen gerettet hätte. Und natürlich sind wir im Moment auch enttäuscht. Aber letztlich ist der Sieg der Rüsselsheimer verdient.“

Verärgert war Mülders hingegen über seine Rote Karte, die er zehn Minuten vor dem Abpfiff bekommen hatte und die ihn zwang, die Anlage vorzeitig zu verlassen und das Ende des Spiels nicht mehr mitzuerleben: „Ich habe in dieser Situation lediglich einen meiner Spieler schützend von den Schiedsrichtern weggeschoben. Dafür habe ich natürlich meine Coaching-Zone verlassen müssen. Und deshalb wurde ich bestraft. Aber es ist okay. Dann muss ich halt in Zukunft bei so etwas einfach wegbleiben.“

Unter dem Strich sei das Wochenende aber trotz der Niederlage gegen Rüsselsheim optimal gelaufen. „Die drei Punkte gegen Mainz waren für uns einfach Pflicht, um oben mit dran zu bleiben.“

Und auch deshalb ist Mülders mit dem bisherigen Saisonverlauf mehr als zufrieden: „Wir sind erst im letzten Jahr aufgestiegen und haben eine junge, noch sehr unerfahrene Mannschaft. Und trotzdem untermauern wir von Spiel zu Spiel, dass wir ganz oben mit dabei sein wollen.“

Zwar sei ein Aufstieg in die Bundesliga in diesem Jahr noch kein Thema – das Saisonziel ist eine Platzierung zwischen den Rängen drei bis fünf. Und doch: „In diesem Jahr muss der Aufstieg noch nicht sein. Aber im nächsten Jahr werden wir ihn definitiv schaffen“, strahlte Mülders viel Zuversicht aus. „Davon bin ich überzeugt, weil die Strukturen in der Mannschaft und im Klub einfach stimmen. Aber: Der Aufstieg ist kein Muss. Wenn er nicht kommt, geht die Welt deshalb auch nicht unter.“

Bereits am Donnerstag kann der TC Blau Weiß sein Talent erneut unter Beweis stellen. Dann geht es gegen die Zehlendorfer Wespen. Die sind zurzeit Dritter und – laut Coach Mülders – ein heißer Aufstiegskandidat.