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Länderspiele im Märkischen Viertel?

Über Nachwuchs-Baseball und Zukunftsvisionen

 

Von Michael Nittel

 

Berlin. Die Challengers aus Charlottenburg haben die 5. Berliner Indoor Baseball Championship 2009 knapp vor dem Titelverteidiger Hamburg Stealers für sich entschieden. Die gastgebenden Frohnau Flamingos landeten auf dem dritten Rang. Insgesamt hatten neun Nachwuchsteams mit Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 15 Jahren an dem einzigen Baseball-Hallenturnier Berlins teilgenommen.

„Wir freuen uns natürlich über das sehr gute Abschneiden unseres Nachwuchses“, erläuterte Abteilungsleiter und Trainer der Regionalligamannschaft Florian Dorndt. „Wir freuen uns aber auch darüber, so ein Turnier – das es selbst Deutschland weit nur sehr vereinzelt gibt – wieder einmal gestemmt zu haben.“

Zwar seien die Zuschauerzahlen leicht rückläufig. Doch auch in diesem Jahr waren die Sporthallen der Bettina-von-Arnim-Oberschule gut besucht. Und die Zuschauer – überwiegend Fachpublikum – bereuten ihr kommen nicht. „Das Spiel in der Halle ist schneller, spannender und deshalb für die Zuschauer attraktiver. Und auch für die Kinder ist Baseball in der Halle ideal.“

Von ihnen gibt es im Lager der Flamingos mittlerweile reichlich: Über die Hälfte der rund 100 aktiven Baseballer sind unter 21 Jahre. Und die Verantwortlichen tun alles, um den Kindern die Ausübung ihres Sports so angenehm wie möglich zu machen. „Wir bauen auf den Nachwuchs. Das haben wir in der Vergangenheit getan. Und das werden wir auch in Zukunft tun“, erklärte Dorndt, der es in seiner Funktion als Trainer des Regionalligateams ohnehin ablehnt, auswärtige Spieler für Geld nach Frohnau zu holen. Und der Erfolg gibt ihnen Recht: Bereits in der abgelaufenen Saison, in der die Flamingos mit dem zweiten Platz schon mal vorsichtig an das Tor zur 2. Bundesliga geklopft haben, hatte man ein junges Team um den erst 17-jährigen Nationalspieler Tim Wägner am Start. „Natürlich wollen wir irgendwann mal wieder in der 2. Bundesliga spielen. Aber das wollen und werden wir mir unseren jungen Spielern schaffen.“

Diese Ausführungen des Abteilungsleiters in Sachen Nachwuchsförderung sind keine leeren Worte – im Gegenteil: Bereits im fünften Jahr in Folge gewannen die Flamingos den Jugendförderpreis des Baseball- und Softballverbandes Berlin-Brandenburg für herausragende Nachwuchsarbeit. „Natürlich haben wir den Vorteil, der einzige Baseball-Verein im Norden zu sein und damit ein großes Einzugsgebiet. Aber wir haben mit José Sanchez auch einen hervorragenden Trainer verpflichtet, der zeitgleich immer noch als Auswahltrainer in Nordrhein-Westfalen arbeitet und mit Jugendmannschaften bereits Deutsche Meistertitel erringen konnte.“ Dorndt betonte an dieser Stelle zudem die gute Zusammenarbeit mit vier Reinickendorfer Schulen, an denen Sanchez bereits Baseball-AGs leitet. „Jedes Kind, das sich bei uns ausprobieren möchte, bekommt das ganze Equipment, vom Handschuh bis zum Schläger, gestellt.“

Und dann haben die Flamingos noch einen ganz besonderen Trumpf in der Hand: Der Heimplatz in der Königshorster Straße wird zurzeit in einen Rasenplatz umgebaut.

„Wir haben dann endlich einen richtigen Baseballplatz in Reinickendorf, so einen, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt“, freute sich Dorndt und fügte an: „Und wir wollen mit diesem Austragungsort in Zukunft auch Länderspiele ins Märkische Viertel holen.“