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Quo vadis, BFC Alemannia 90 Wacker? Beim Traditionsklub blickt man trotz Abstiegskampf optimistisch in die Zukunft
Von Michael Nittel Reinickendorf. Man musste sich große Sorgen machen, wenn man während der Hinrunde einen Blick auf die Tabelle der Fußball-Landesliga warf: Da verlor der renommierte Traditionsverein BFC Alemannia 90 Wacker Spiel für Spiel und drohte bei einem Abstieg für längere Zeit in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Doch im Winter ist im Herzen Reinickendorfs einiges passiert. Und plötzlich spielen die Kicker vom Wackerweg wieder einen ordentlichen und vor allem erfolgreichen Fußball. So auch am Sonntag, als man dem favorisierten SC Charlottenburg ein 0:0 abringen konnte und die Partie mit ein wenig Glück auch für sich hätte entscheiden können. Alles ist nun wieder möglich: Vom rettenden Ufer – der Chance auf den Klassenverbleib – trennt die Mannen um das neue Trainerduo Peter Pagel und Emrah Türker nur noch ein einziger Punkte. „Unsere beiden Trainer haben mehr Disziplin in die Truppe gebracht. Und auch konditionell sind wir nun wesentlich stärker“, erklärte Präsidiumsmitglied Wolfgang Gröbe den Leistungsschub. In der Winterpause verpflichteten die Alemannen allein sieben Spieler vom FC Liberta, einen vom MSV Normannia und einen von Hertha BSC. Einige Akteure wurden aussortiert. „Insgesamt ist unser Kader aber bedeutend größer geworden, so dass wir nun einen echten Konkurrenzkampf innerhalb des Teams haben. Und auch das wirkt sich auf die Leistung der Mannschaft aus.“ Darüber hinaus haben die Alemannen die Zeichen der Zeit erkannt und überwiegend junge Spieler mit Zukunftsperspektive im Alter von 21 bis 25 Jahren geholt. „Unser größtes Defizit ist vermutlich, dass wir noch immer keine eigene A-Jugend haben, so dass es für unseren Klub enorm wichtig ist, auf diesem Weg das Herrenteam zu verjüngen.“ Aufgrund der jüngsten Erfolge und des engagierten Auftretens der Alemannen in der Rückrunde glaubt Gröbe, der dem Klub nun schon seit knapp 50 Jahren die Treue hält, fest an den Klassenerhalt: „Ich bin von dieser Mannschaft überzeugt und mir sehr sicher, dass wir, wenn wir weiterhin so auftreten, nicht absteigen werden.“ Vielmehr möchte der Klub, der über ein Jahrzehnt lang das Urgestein der Verbandsliga, Berlins höchster Spielklasse, war, mittelfristig wieder dorthin zurück. „Wir stehen auf einem soliden finanziellen Fundament und machen immer nur einen Schritt nach dem anderen. Aber wenn wir mit dieser Truppe die Klasse halten, könnten wir uns im Sommer punktuell verstärken und schon sehr bald wieder nach oben orientieren.“ Und falls der BFC entgegen aller Erwartungen in dieser Saison doch absteigen sollte, verschwindet der Klub nicht – wie so viele andere Traditionsvereine zuvor – von der Karte des Berliner Fußballs. Davon ist Gröbe felsenfest überzeugt: „Bei uns werden die Lichter niemals ausgehen. Dafür haben wir einfach zu viele leuchtende Köpfe.“ |


