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Keinen Blödsinn machen – Streetball spielen Rund 200 Reinickendorfer Schüler gingen auf Korbjagd
Von Michael Nittel Berlin. Der fünfte und letzte Vorentscheid, dieses Mal für Oberschulen aus Reinickendorf, Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf, der School Finals Berlin – dem Streetball-Event der Hauptstadt – überraschte den Veranstalter: Obwohl die Teilnehmerzahlen insgesamt in diesem Jahr leicht rückläufig waren, stiegen sie bei dieser Vorrunde an: 166 Teams, rund 660 Schülerinnen und Schüler, stritten in fünf Altersklassen nach Mädchen und Jungen getrennt um einen Platz im Finale, das am 4. Juli von 9 Uhr an ebenfalls im Horst-Dohm-Eisstadion in Wilmersdorf ausgetragen wird. 56 Mannschaften kamen von Reinickendorfer Oberschulen – elf von ihnen gelang der Sprung in die Endrunde. „Die Atmosphäre hier ist wirklich toll“, freute sich der 16-jährige Margo De Almeida von der Reinickendorfer Julius-Leber-Oberschule, der mit Freunden von anderen Reinickendorfer Schulen das Team „Black Power“ gebildet hatte und mit dem dritten Platz in der Spielklasse der Jahrgänge 1990/´91 den Sprung in die Endrunde schaffte. „Basketball macht uns einfach Spaß. Und außerdem: Wenn wir hier spielen, machen wir keinen Blödsinn.“ Und genau das ist auch das Hauptanliegen des Erfinders der School Finals, Mathias Ramsauer. Er betreut dieses Event in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und dem Streetball-Team des Vereins für Sport und Jugendsozialarbeit nun schon im 14. Jahr: „Wir müssen die Kinder und Jugendlichen nicht von der Straße holen, sondern nur auf die richtige Straßenseite. Wer Streetball spielt, knackt in dieser Zeit keine Automaten.“ Man müsste den Nachwuchs einfach nur beschäftigen. „Wenn dann rund 20 Prozent bei diesem Sport bleiben, haben wir einen richtig guten Job gemacht.“ Die Spiele, die auf 20 Courts ohne Schiedsrichter ausgetragen wurden, blieben auch in diesem Jahr fair. „Wir regeln das unter uns – und es gibt dabei keinen Streit“, so Margo De Almeida. Schließlich würde das auf den rund 300 Streetball-Anlagen der Stadt, auf denen er sich mit seinen Freunden regelmäßig treffe, ebenso reibungslos funktionieren. Das bestätigte auch Ramsauer: „Die Kinder lösen ihre Konflikte verbal. Das ist genau das, was wir erreichen wollen.“ Mit der Tatsache, dass die Zahlen leicht rückläufig sind, will sich der ehemalige Hauptschullehrer indes nicht abgeben: „Unsere Lehrer sind einfach überlastet. Aber man muss den Schulen irgendwie klar machen, dass mit ihren Kindern hier etwas Ordentliches passiert.“ Schließlich hätten Studien gezeigt, dass die überwiegende Zahl der Jugendlichen, die straffällig werden, nicht in einem Verein organisiert ist. Und Sportangebote im Rahmen der Schule seien ein erster Schritt. „Wenn es sich dafür nicht lohnt, für was denn dann“, so Ramsauer, der bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 definitiv weitermachen möchte. Und sein Wunsch für die Zukunft? „Ich würde für das Finale und unsere Kinder gerne mal eine große Verkehrsstraße absperren lassen: den Kuh´damm oder die Straße des 17. Juni. Schließlich heißt es doch Streetball, oder?“
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