Freier Journalist

„Jeder Kiez wünscht sich so einen Platz“

Neuer Kunstrasen auf Bolzplatz eingeweiht

 

Von Michael Nittel

Moabit. Mit einem Turnier der Moabiter Fußballliga ist der neu gestaltete Bolzplatz in der Rostocker Straße nach einem kompletten Austausch des Bodenbelages wieder eröffnet worden. Teams von acht Kinder- und Freizeiteinrichtungen aus Tiergarten durften den neuen Kunstrasen als erste ausprobieren und waren ebenso wie ihre Betreuer restlos begeistert: „Das hier ist wirklich super. Jeder Kiez wünscht sich so einen Platz“, freute sich Hüseyin Toprak, Sozialbetreuer beim Stadtteilverein Tiergarten. „Vorher war hier ein Schotterbelag. Da stand der ganze Platz bei dem geringsten Regen unter Wasser und war nicht mehr zu bespielen.“

Dabei tummeln sich viele Kids aus dem Kiez regelmäßig auf diesem Platz, wie Toprak – der selbst in der Rostocker Straße wohnt – zu berichten weiß: „Hier wird jeden Tag Fußball gespielt. Selbst am Samstag und Sonntag ist immer der Teufel los.“

Im Kiez gibt es – wie in der ganzen Stadt – kaum noch Brachflächen, wo Kinder bedenkenlos spielen können. Sportplätze sind von den Vereinen belegt, Parkflächen übernutzt, so dass in der Regel nur noch die Straße übrig bleibt. „Wir brauchen solche Flächen wie diesen Platz zum Rumtoben – das ist völlig klar“, erklärte Jugendstadtrat Rainer-Maria Fritsch (parteilos). „Sport ist auch außerhalb des Vereins extrem wichtig. Kinder bewegen sich heutzutage doch viel zu wenig, weil sie viel zu viel Zeit vor Spielekonsolen oder dem Computer verbringen. Und auch in den Schulen wird doch zunächst im Sport und in den musischen Fächern gespart.“

Allein das sei Grund genug, in solche Flächen zu investieren.

„Deshalb haben wir auch sehr großen Wert darauf gelegt, dass die Bewegungsfläche hier für die Öffentlichkeit auch noch erweitert wird“ ergänzte Ute Winter, regionale Fachberaterin beim Jugendamt. So entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft auch noch ein Basketballplatz.

„Wir brauchen aber auch Plätze, die für Mädchen wie für Jungen gleichermaßen nutzbar sind“, ergänzte der Jugendstadtrat.

Der für die Anlage zuständige Träger „Kibitz“ habe – so Ute Winter – aber schon ein Auge darauf, dass die Mädchen nicht zu kurz kommen würden.

Dann richteten sich die Augen wieder auf die Fußball spielenden Jugendlichen. Und Hüseyin Toprak erläuterte kurz die Bedeutung der Moabiter Fußballiga: „Wir holen die Kinder mit dieser Liga von der Straße. Das ist zunächst das Wichtigste. Und mittelfristig wollen wir natürlich dafür sorgen, dass sie irgendwann in einem Verein spielen können.“ Vordringlichstes Ziel sei es dabei, ihnen die entsprechenden Benimmregeln und soziale Kompetenz, den vernünftigen Umgang miteinander, beizubringen. „Unsere Liga ist auch eine Liga der Solidarität. Hier lernen sich Kids aus den unterschiedlichen Kiezen kennen und respektieren“, weiß Toprak.

Ute Winter vom Jugendamt abschließend: „Ich finde es ganz toll, dass diese Liga ins Leben gerufen wurde. Auch, weil sich viele Familien der Kinder den Sportverein überhaupt nicht leisten können.“